Warum der Beckenboden so wichtig ist!


Leider kommt die Bedeutung des weiblichen Beckenbodens im Alltag immer noch viel zu kurz. Dabei ist diese hand-tellergroße Muskelgruppe immens wichtig beim Sitzen oder Gehen und auch bei der aufrechten Haltung spielt der Beckenboden eine zentrale Rolle. In der Schwangerschaft, Geburt und Rückbildungszeit werden die Eigenschaften des Beckenbodens besonders wichtig. Stabilität und Elastizität sind gefragt.

Ein großer Teil der Frauen sind von einer Beckenbodenschwäche betroffen und können ihren Beckenboden nicht bewusst anspannen.

Auch das Thema Inkontinenz ist schambesetzt und betroffene Frauen holen sich erst relativ spät Unterstützung und Rat. Viele Frauen denken "Beckenboden-Training" ist nur was für Inkontinente, frischgebackene Mütter, Frauen in den Wechseljahren oder generell für Ältere. Das ist nicht nur schade, sondern falsch!

Der Beckenboden-Workshop soll Frauen dazu helfen, mit ihrer Beckenbodenmuskulatur in Kontakt zu kommen, ihn achtsam spüren zu lernen und gezielt zu trainieren.

Mehr Lebensqualität durch gezieltes Beckenboden-Training!

Die Beckenbodenmuskulatur und ihre Aufgaben:

Der Beckenboden muss kräftig genug sein, um die Bauch- und Beckenorgane zu stützen, ihre Lage zu sichern und die Schließmuskulatur von Harn-röhre und After zu unterstützen bzw. zu ersetzen.

Beim Stuhlgang, beim Wasserlassen, beim Ge-schlechtsverkehr der Frau und der Geburt muss sich der Beckenboden öffnen können. Er muss sich also nicht nur anspannen, sondern auch ent-spannen können.

Bei körperlicher Anstrengung, wie z.B. beim Husten, Niesen, Lachen, sowie beim Heben schwerer Lasten, muss der Beckenboden dem hohen Druck der im Bauchraum entsteht, standhalten. Sowohl die Muskeln, als auch die Bänder des Beckenbodens die die Organe im Bauchraum stabilisieren, haben Kontakt zum Steißbein und zur Wirbelsäule, sodass sich Haltungsfehler negativ auf die Spannung des Beckenbodens auswirken können.

Als "Beckenboden" bezeichnet man eine Muskelgruppe, die den Ausgang des kleinen Beckens nach unten verschließt und dabei am Damm (Perineum) innig miteinander vernetzt ist. Die Beckenbodenmuskulatur besteht aus drei muskulösen Schichten: der äußeren, der mittleren und der inneren Beckenbodenmuskulatur. Alle drei Schichten bilden eine etwa trichterförmige Struktur.

Die äußere oder untere Beckenbodenschicht - die Schließmuskeln:

Sie verläuft längs zwischen Schambein und Steißbein. Der Musculus bulbospongiosus und der Musculus sphincter ani externus (äußerer Anusschließmuskel) umgeben in Form einer liegenden Acht Vagina und den Anus.

Die mittlere Beckenbodenschicht - das Diaphragma urogenitale:

Sie spannt sich quer zu der inneren Schicht wie ein Fächer zwischen den Sitzknochen auf und liegt unterhalb der Blase im vorderen Bereich des Beckens.

Die innere Beckenbodenschicht:

Sie spannt sich zwischen dem vorne liegenden Schambein und dem hinten liegenden Steißbein. Sie ist die stabilste und breiteste Schicht, da auf ihr der größte Druck durch die Organe lastet. 

Die Beckenbodenmuskulatur ist mit dem knöchernen Becken verbunden. Steißbein, Schambein und die beiden Sitzbeinhöcker bilden die äußere, knöcherne Begrenzungen des Beckenbodens. Ohne Beckenboden hätten die Organe des Bauchraums keinen Halt.


Beckenbodenarbeit ist Spüren und Wahrnehmen